UNSER WAHLPROGRAMM

KAMPF GEGEN ANTISEMITISMUS

Der Ausgang der Nationalratswahlen hat nochmals verdeutlicht, dass uns in Österreich herausfordernde Zeiten bevorstehen. Aus diesen Gründen sollen wir geschlossen und mit allen vorhandenen Mitteln Antisemitismus bekämpfen. Der VBJ setzt sich für eine klare Ausgrenzung von rechten Parteien ein!

Im Kampf gegen Antisemitismus spielt die Bildung eine zentrale Rolle. Daher wollen wir, dass die jüdische Gemeinde in diesem Zusammenhang selbst noch aktiver wird und besser über Judentum und den Staat Israel aufklärt. Das Begegnungsprogramm „Likrat“ beispielsweise soll weiter ausgedehnt werden und auch Universitäten sowie Fachhochschulen umfassen, um so stereotype Wahrnehmungen durchzubrechen und antisemitischen Ressentiments entgegenzutreten. Ein weiteres Projekt in diesem Bereich soll muslimische Jugendliche und Flüchtlinge im Speziellen direkt mit der NS-Zeit und den an Juden begangenen Gräueltaten, konfrontieren und in enger Zusammenarbeit mit dem mehrfach ausgezeichneten und international angefragten Projekt „Not in god‘s name – ‚fight‘ against radicalism“ und bestehenden Initiativen rund um Mauthausenbesuche stattfinden.

LEISTBARES JÜDISCHES LEBEN – KAMPF GEGEN ASSIMILIERUNG

Jüdisches Leben darf kein Luxusgut sein, sondern leistbar!

Es ist für den VBJ grundlegend, dass es den einzelnen Gemeindemitgliedern möglich wird, einen jüdischen Lifestyle auch finanzieren zu können. Denn ist dies nicht möglich, führt etwa der bewusste Verzicht Schritt für Schritt zu einem unbewussten Verzicht auf die jüdischen Bräuche und in weiterer Folge möglicherweise zur Assimilation.  Daher bietet der VBJ, nach jahrelanger Planung und Vorbereitung, für die gesamte jüdische Gemeinde Subventioniertes Fleisch aus einer eigenständigen koscheren Fleischerei an. Glatt-Koscher zu Einstandspreisen nur im jüdischen Shefa Supermarkt.

Der VBJ wünscht sich auch eine grundlegende Änderung des Subventionssystems der jüdischen Schulen und Kindergärten in Wien. Dabei soll insbesondere die „Mittelschicht“, welche von den Stipendien meistens ausgeschlossen bleibt und als Konsequenz ihre Kinder und Jugend oftmals (auch aus finanziellen Überlegungen) in nicht-jüdische Kindergärten oder Schulen schickt, eine Alternative finden.

FINANZEN & IMMOBILIEN

Mieteinnahmen aus dem Immobilienbestand entsprechen etwa 50% des gesamten IKG-Budgets. Diese Einnahmen sollen unbedingt gesichert und, wenn wirtschaftlich sinnvoll, sogar ausgebaut werden. Daher bekennt sich der VBJ zum Erhalt der Immobilien sowie zum Erhalt der Infrastruktur der IKG.

Der VBJ setzt sich auch für eine transparente Geschäftsgebarung ein. IKG-Vorstände sollen ein Einsichtsrecht in die IKG-Bücher bekommen. Das „Checks and Balances“-Prinzip soll wieder Einzug in die IKG finden und die Kontrollkommission soll ihre Arbeit unabhängig verrichten können.

VERWALTUNG & IKG-VERTRETUNG

Wir brauchen keinen Staat im Staate! Die Vorgänge im Vorstand der Israelitischen Religionsgesellschaft (IRG) sollen transparent gestaltet werden. Die entsandten Wiener IRG-Vorstände sollen ein vordefiniertes Handlungsmandat erhalten und dem Kultusvorstand gegenüber stets zur Berichtserstattung verpflichtet werden, denn der Kultusvorstand soll das oberste Organ der IKG bleiben. Daher benötigen die einzelnen Kultusvorstände zudem ein Einsichtsrecht in die Protokolle der IRG.

SICHERHEIT

In Sicherheitsfragen setzt sich der VBJ für eine stärkere Sensibilisierung und Ausbildung unserer Gemeindemitglieder ein. Ziel ist eine stärkere Abdeckung der Sicherheitsbedürfnisse; dadurch sollen Synagogen, Schulen, Kindergärten, Zentren, Vereine und gefährdete Veranstaltungen höheren Schutz genießen. Hierzu sollen die staatlichen Subventionen – vom BMI derzeit jährlich etwa 1,1 Millionen Euro – in Zukunft gesichert bleiben und somit noch mehr jüdische Einrichtungen in Wien auf faire Weise geschützt werden. Politische Erwägungen innerhalb der IKG sollen bei Sicherheitsfragen keine Rolle spielen!

KINDER, JUGEND & STUDENTEN

Die aktivsten und größten jüdischen Jugendorganisationen Österreichs, Jad Bejad – Vereinigung bucharischer Jugend Wiens und Club Chaj, sind Untervereine des VBJs und betreuen seit 20 Jahren mehr als 500 Kinder und Jugendliche. Zielsetzung dieser Jugendorganisationen ist es, die jüdische Identität zu wahren und wo notwendig zu stärken, da viele Kinder und Jugendliche doch in einer nicht-jüdischen Umwelt aufwachsen und daher auch vor Assimilation zu schützen sind. Weitere Zielsetzungen sind unter anderem die Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Ereignissen und die Aufklärung über Holocaust, Zionismus und Antisemitismus, aber auch die Schaffung eines sozialen Umfelds innerhalb der jüdischen Gemeinde sowie der Versuch, höhere moralische und ethische Werte zu vermitteln.

Der VBJ stellt sich dieser höchst wichtigen Aufgabe und vertraut dabei auf die Kooperation und Unterstützung aller politischen Fraktionen. Dabei soll die Kinder- & Jugendpolitik prioritär behandelt und das JUKO-Budget der IKG erhöht werden. Alle Organisationen sollen gemäß Aktivitätsindex und Besucherzahl auf faire Weise unterstützt und der Club Chaj endlich in das JUKO-Budget aufgenommen werden. Zudem sollen auch die Studentenverbände stärker eingebunden und gefördert werden.

Kunst & Kultur

In den Bereichen Kunst und Kultur gilt stets die Prämisse, mittels überlegter Maßnahmen junge und verdiente Talente zu fördern. Wenn Künstler unsere Gesellschaft bereichern, ist dies zu unterstützen. So sieht auch der VBJ seine Verantwortung darin, den künstlerischen und kulturellen Strömungen innerhalb der jüdischen Gemeinde eine Plattform zu bieten. Die finanzielle Unterstützung ist dabei ein wichtiger Teilaspekt. Wichtig ist auch, die integrative Kraft der Kunst, der Wissenschaft und der kulturellen Vielfalt hervorzuheben. Nicht nur in Richtung Mehrheitsgesellschaft, sondern vor allem innerhalb der Gemeinde selbst soll mittels professioneller und durchdachter Kulturarbeit das Verständnis für die diversen jüdischen Lebensweisen stark gefördert und dadurch auch die Integrationsarbeit unterstützt werden.

Frauen

Neben den allgemeinen Veranstaltungen und Aktivitäten setzen die Frauen einen besonderen und richtungsweisenden Akzent im Aktivitäten-Portfolio des VBJs. Dieser äußert sich durch zusätzliche wöchentliche Aktivitäten, die speziell auf die Wünsche und Bedürfnisse der Frauen abgestimmt sind. Sowohl säkulare als auch religiöse Frauen nehmen an den verschiedensten Veranstaltungen teil. Für den VBJ ist hier die Gleichberechtigung aller sowie die stärkere Einbindung der Frauen in das politische jüdische Leben von größter Bedeutung.

MI LEV LE LEV – JÜDISCHE HEIRATSVERMITTLUNGEN

Vor einem Jahr wurde die Organisation Mi Lev le Lev (= von Herz zu Herz) mit dem Ziel gegründet, möglichst viele jüdische Frauen und Männer zu vereinen und somit die jüdische Assimilation zu verhindern. Die Organisation arbeitet auf unentgeltlicher Basis, wird nur durch Spenden finanziert und wird von mehreren ehrenamtlichen „Matchmakern“ geführt, die sich höchst diskret für die Errichtung jüdischer Häuser engagieren.

Die Organisation ist offen für alle Juden und kooperiert mit vielen anderen, sowohl religiösen als auch säkularen, orthodoxen als auch traditionellen Matchmakern weltweit. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an vienna.shiduchim@gmail.com.

Wie und Wo Sie Ihre Stimme abgeben können

Am 9., 14. und 19.11.2017 haben Sie die Möglichkeit den neuen Kultusvorstand zu wählen. Am 9. und 14.11.2017 können Sie Ihre Stimme, unabhängig von Ihrem Wahlsprengel, im Wahllokal in der Seitenstettengasse 2 im 1. Bezirk abgeben. Am Hauptwahltag, dem 19.11.2017, können Sie Ihre Stimme, in dem Ihrem Wahlsprengel zugeordnetem Wahllokal abgeben. Wahlberechtigt sind alle Gemeindemitglieder, die bis zum 9.11.2017 18 Jahre oder älter sind.

Aktuelles zu den IKG-Wahlen

WER WAHRHAFTIG FRIEDEN SUCHT, FINDET DEN WEG!

VBJ reicht allen Fraktionen die Hand!

Kurz vor Wahlen beschäftigen wir uns gerne mit den Parteien, deren KandidatInnen und Vorhaben. Bei diesen IKG-Wahlen wird diese Phase auch leider von einigen wenigen dazu genutzt, um Informationen verzerrt in Umlauf zu bringen bzw. den MittbewerberInnen gewisse Verhaltensschilder umzuhängen. Unser bisheriger Koalitionspartner ATID versucht mit sehr riskanten Mitteln IKG-MitgliederInnen zu manipulieren, um dadurch mehr WählerInnen für sich zu mobilisieren. Ein Feindbild „die BUCHAREN“ soll entstehen, oder noch besser, Märchen von destruktiven Personen im VBJ-Vorstand werden gesponnen. Versuche, die Fraktion „VBJ Sefardim Liste 2“ bei d

er IKG-Wahl zu spalten, scheiterten in letzter Minute nur durch den unermüdlichen Einsatz des im Juni 2017 neugewählten VBJ-Vorstandes. Uns werden Machtgelüste nachgesagt und Fantasiegebilde werden erfunden, um die jüdische Bevölkerung vor den “bösen Bucharen“ zu warnen. Im Übrigen, ein unethisches wahlkampftaktisches Mittel, das uns an unsägliche Zeiten erinnert!

Wir werden „destruktive Kräfte“ genannt, für uns verwirrend, waren wir doch über 20 Jahre verlässliche und konstruktive Partner. Der VBJ war es auch, der konstruktiv im Zuge des Statutenstreites auf gewisse Fehler und Fehlkonstellation hinwies, aber aus Gründen des „Schlom Bait“ (Hausfrieden!), und ungeachtet der zahlreichen Ungereimtheiten und ignorierten Lücken, schließlich doch zugestimmt hat. Des Weiteren wurde uns IKG-schädigendes Verhalten vorgeworfen, obwohl wir durch ein Expertengutachten nachweisen konnten, dass ATID selbst die IKG-Statuten falsch verwendet hat und es im Februar 2016 zu keiner gültigen Abstimmung über die neuen Statuten im Kultusrat kommen konnte. Viele weitere Punkte könnten an dieser Stelle aufgelistet werden, aber dies würde uns voneinander nur entfernen anstatt uns zu verbinden. Wir stehen für mehr Transparenz und hoffen, dass ATID künftig jede Art von Sachkritik zu akzeptieren lernt, innerhalb der IKG belässt und nicht nach außen trägt oder in den Wahlkampf bringt.

Der jetzige Ausgang der Nationalratswahlen hat nochmals verdeutlicht, dass uns in Österreich herausfordernde Zeiten bevorstehen. Eine positive Änderung für die IKG und ihre Mitglieder – um die es ja schließlich geht – kann nur bei Partnerschaften auf gleicher Augenhöhe umgesetzt werden. Wer über 25 Prozent der IKG ausgrenzt, schadet der gesamten jüdischen Bevölkerung und damit sich selbst. Deshalb hat es sich der VBJ-Vorstand zum Ziel gesetzt, weiterhin konstruktiv mit allen Fraktionen an der Gestaltung der jüdischen Zukunft tatkräftig mitzuarbeiten. Der VBJ plant keine Umstürze oder Weltherrschaft, aber erwartet einen respektvollen und diskriminierungsfreien Umgang. Unser Lebensmittelpunkt befindet sich in Wien und daher sind wir an der Zukunft der IKG nicht nur interessiert, sondern auch verpflichtet alles zu unternehmen, um eine gedeihende jüdische Gemeinde und ein prosperierendes jüdisches Leben zu sichern. Die VBJ-Führung war nicht immer fehlerfrei aber stets respektvoll und offen für Kritik, dies ist jedoch ein verzeihlicher und natürlicher Lerneffekt, der uns nur stärken und für die Zukunft besser wappnen soll. Deshalb werden wir uns weiterhin für einen respektvollen und transparenten Umgang im IKG-Vorstand einsetzten.

Unsere Religion und Geschichte lehren uns, dass wir Juden immer dann am verwundbarsten waren wenn wir uns selbst bekämpft haben. Ein trauriges Zeugnis dafür ist die Zerstörung des 1. und 2. Tempels, welche aus der Uneinigkeit des jüdischen Volkes und deren interne Schwächung erst möglich wurde.
Was wir sehr wohl wollen, ist die korrekte und transparente Gebarung und Arbeitsweise innerhalb des Kultusvorstandes und der jeweiligen Fachkommissionen. Es entbehrt jeder rechtlichen Grundlage und Vernunft, dass die Entscheidungsautorität, welche dem gesamten Kultusvorstand als oberstem Organ der IKG obliegt, über die letzten Jahre in das Hinterzimmer des Präsidenten gewandert ist, wo hinter verschlossenen Türen gemeinsam mit dem Ehrenpräsidenten alleine und ohne jegliche Kenntnissetzung des Kultusvorstandes, geschweige denn Rücksprache, entschieden wird. Als jüngstes Beispiel sei die Positionierung der IKG in den Medien zu erwähnen. Diese ist sicherlich wichtig und angebracht. Äußert sich aber beispielsweise der Präsident im Namen der IKG und somit aller jüdischen MitbürgerInnen zu sensibelsten innenpolitischen Themen ohne jegliche Abstimmung mit dem Kultusrat, haben diese Aussagen auch enorme Tragweite auf die Zukunft der IKG sowie einen direkten Einfluss auf unser tägliches Leben und Umfeld. Wir können und dürfen diese Vorgehensweise nicht mehr hinnehmen.

Maßnahmenkatalog für eine effiziente Arbeitsweise und höhere Transparenz innerhalb der IKG:

  1. Entscheidungsfindungen, insbesondere bei wichtigen Anliegen und Themen, sollen weniger durch den Präsidenten bzw. das Präsidium alleine entschieden werden, sondern mehr unter Einbindung des Kultusvorstandes geschehen. Der Informationsfluss an den Kultusvorstand sollte unzensiert und rechtzeitig verlaufen. Laut IKG-Statuten ist der Kultusvorstand das oberste Organ, so soll es auch sein!
  2. Finanzgebarung betrifft uns alle. Allein aus Haftungsverpflichtungen und um ihrer Arbeit auch wirklich nachkommen zu können, müssen die Kultusvorstände ein Einsichtsrecht in die IKG-Bücher haben. Das Prinzip von „Check and Balances“ sollte wieder Einzug in die IKG finden und für alle zukünftigen Kultusvorstände und Präsidenten von höchster Priorität sein.
  3. Die ausgeübte Praxis, Geld als Druckmittel einzusetzen, um eigene Interessen zu verfolgen, darf nicht mehr toleriert werden. Nicht nur aus gesetzlichen Gründen, sondern auch aus ethischen Überlegungen. Die Zusammenarbeit sollte alle politischen Fraktionen umfassen und auf Verantwortung, Vernunft, tatsächliche Notwendigkeiten, Fairness und Respekt basieren, um somit die Interessen aller Gemeindemitglieder zu vertreten.
  4. Wichtige Pressekonferenzen sollten rechtzeitig an den Kultusvorstand übermittelt werden, damit die Kultusvorstände ordnungsgemäß informiert werden und nicht ahnungslos gegenüber Rückfragen aus der jüdischen Bevölkerung dastehen.
  5. Die jüdischen Gemeinden in Europa stehen vor besorgniserregende Entwicklungen, sowohl demografischer Natur als auch bezüglich der politischen Rahmenbedingungen. Deshalb müssen wir an einen Strang ziehen, um die neuen Herausforderungen bewältigen zu können. Die Einbeziehung aller Strömungen innerhalb der IKG ist keine Alternative, sondern ein Muss. Der Begriff Opposition soll im Kultusvorstand kein Thema mehr sein, vielmehr sollen alle Fraktionen zur Mitwirkung eingeladen werden.
  6. Bei Streitthemen sollte öfter ein BürgerInnenparlament abgehalten werden.
  7. BürgerInnen sollten sich mit wichtigen Fragen und Problemen direkt an den Kultusvorstand wenden können.
  8. Transparenz ist wichtig! Rechenschaft über Aktivitäten der einzelnen Kultusvorstände/Fraktionen sowie des Präsidenten im Gemeinde-Insider sollen möglich sein und nicht wie bisher nur vom Präsidenten erfolgen.
  9. Öffnung der Vorgänge im Vorstand der Israelitischen Religionsgesellschaft (IRG). Wir brauchen keinen Staat im Staate! Klare Mandatsvergabe an die entsandten Wiener IRG-Vorstände sowie deren Berichterstattungspflicht gegenüber dem Kultusvorstand. Das Einsichtsrecht in die Protokolle der IRG durch die einzelnen Kultusvorstände sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

WISSENSWERTES ÜBER DIE STATUTENREFORM DER IKG

Die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre wurde von mehreren Fraktionen seit 2012 gefordert aber von ATID abgelehnt, dann für kurze Zeit in 2017 medial zwar befürwortet, aber im Kultusrat und in der Statutenkommission de facto stets abgelehnt. Nun versucht ATID abzulenken und verweist auf eine österreichweite Mitgliederbefragung. Anzumerken sei noch, dass ATID eigenmächtig und hinter dem Rücken des Kultusvorstandes das Wahlalter von 18 Jahren erst im Juni 2016 in der Verfassung der Israelitischen Religionsgesellschaft (IRG) fixierte. Und da IKG-Statut der IRG-Verfassung nicht widersprechen darf, wurde hierdurch die IKG Wien geknebelt und muss sich künftig nun mit der unnötigen Bürokratie und dem Entscheidungs(un)willen des IRG-Vorstandes auseinandersetzen.

Das Wahlalter war aber nie der ausschlaggebende Punkt der Kontroverse, sondern vielmehr die intransparente Vorgehensweise seitens der ATID-Mitglieder der Statutenkommission auch bei der Neugestaltung der Statuten. Leider wurde von den federführenden Personen nie ein vollständiges Vergleichsdokument (Statuten alt/neu) vorgelegt, was insofern notwendig gewesen wäre, da das neue Statut von zwei Personen (ATID!) in drei privaten Sitzungen komplett neu aufgesetzt wurde und der veränderte Inhalt allen anderen bis auf diese zwei Autoren schleierhaft blieb. Dies ist der Grund, warum die Fraktionen Chaj – Jüdisches Leben, die Initiative Respekt und der VBJ auf die Barrikaden gingen. Fachliche Expertisen sowie externe Anwaltsgutachten haben unsere Position nur bestärkt.

Der VBJ blieb aber im Zuge des Statutenstreites dennoch stets konstruktiv. Der Koalitionspartner ATID hat diese sachliche Kritik jedoch nicht hinnehmen wollen und auch wahltaktisch leider politisiert. Der VBJ hat aber aus Gründen des „Schlom Bait“ (Hausfrieden!), ungeachtet der zahlreichen Ungereimtheiten und existierenden Lücken auch nach der Überarbeitung in der zweiten Statutenkommission, den neuen Statuten letztlich doch zugestimmt.

Falls Sie eine detaillierte Schilderung der Statutenreform wünschen, bitte per E-Mail anfragen (office@vbj.or.at). Weitere Zusammenfassungen sind auch unter (www.vbj.or.at) zu finden.

Wir Wiener Juden

Wir Wiener Juden

Das jüdische Leben in Wien ist vielfältig und bietet zahlreichen Menschen unterschiedlichster Herkunft die gemeinschaftliche, religiöse und kulturelle Basis für Ihre Existenz in dieser, unserer, schönen Stadt. Jude in Wien zu sein bedeutet, unabhängig von der eigenen Abstammung, stets die Position des Mitgliedes einer Einheitsgemeinde verstehen und einnehmen zu können. Dies ist trotz der gegenwärtigen Schwierigkeiten und Gefahren, wie beispielsweise das Aufkommen des islamischen Extremismus in Europa, notwendig, um ein selbstbewusstes jüdisches Leben zu führen und zu erhalten.

Jüdisches Leben in Wien ist keine Selbstverständlichkeit.

Umso mehr ist ein brüderlicher Umgang mit jüdischen Mitbürgern auch innerhalb der Gemeinde keine Alternative sondern eine Verpflichtung, wie sie auch in der Tora vorgegeben ist (Derech eretz kadma la Tora = Richtiger Menschenumgang hat Vorrang vor der Tora!).

Wenn wir uns der Gemeinsamkeiten, die wir trotz unterschiedlichster Herkunft, persönlicher Geschichten oder politischer Positionen bewusst werden, wird die Tatsache deutlich, dass wir Wiener Juden sind, gleich ob wir uns zusätzlich als Kafkasen, Ashkenasen, Bucharen oder Georgier betrachten.

Unser Leben findet in Wien statt und die IKG soll für uns alle da sein.

Wir Wiener Juden haben die große Verantwortung, im Interesse aller Juden zu arbeiten und uns nicht selbst durch die vermeintliche Zugehörigkeit zu einer Fraktion in unseren Möglichkeiten, die aus den besten Tugenden der jüdischen Gemeinde, nämlich Brüderlichkeit und Barmherzigkeit sowie der Arbeit mit vereinter Kraft, entstehen, für politisches Kleingeld einzuschränken. Dazu gehört auch, die Meinung anderer zu verstehen und diese als deren Standpunkt, welcher aus bestimmten Gründen und Prägungen entstanden ist, einzusehen und dann, trotz der vielen vermeintlichen Unterschiede und Diskrepanzen, im Dialog gemeinsame Lösungen zu finden und somit im Interesse aller produktive Arbeit zu schaffen. Nur wenn die Interessen aller Mitglieder der Gemeinde in gleichem Maß Berücksichtigung finden, wird man von einer Einheitsgemeinde sprechen können und die IKG dadurch auch in Zukunft noch stärker hervorgehen.

Das in Verruf bringen oder gar das Dämonisieren einzelner Personen oder Gruppen ob ihrer Herkunft, zerstört alles Gute, für das wir als Juden einstehen.

Wir sind alle ein Teil
dieser Gemeinde.

Wir können uns nicht aussuchen, wer zu unserer Einheitsgemeinde gehört und haben kein Recht uns als einzelnes Mitglied oder als Gruppe über andere Mitglieder der Gemeinde zu erheben.
Jüdisches Leben und Streben in Wien hat lange Tradition. Die Bewegungen, das Wissen und die Möglichkeiten, die für alle Juden weltweit aus dieser Stadt entstanden sind, haben das Gesicht der Welt und das Ansehen der Juden stark geprägt.

Folgen wir dieser großen Tradition, wenn auch in noch kleinem Rahmen. So wird jedes einzelne Mitglied der Gemeinde zu einer tragenden Säule. Aber eine Säule, auf die sich andere Mitglieder der Gemeinde auch in schweren Zeiten stützen können. Diese Vorgehensweise wird ein Garant für das Wachstum der IKG sein und das positive Zusammenwirken sich nur vorteilhaft auf das Leben in Wien gereichen.

Mit den Worten von George Washington: „Wenn wir Weisheit haben, die Vorteile, mit denen wir jetzt begünstigt sind, am besten zu nutzen, können wir unter der gerechten Verwaltung einer guten Regierung nicht versagen, ein großes und glückliches Volk zu werden“.

DIE NEUE GENERATION STARTET IN EINE NEUE ZUKUNFT!

VBJ-SOMMERFEST 09/17

Mit mehr als 200 TeilnehmerInnen war die erste Wahlveranstaltung des VBJs am 12. September ein voller Erfolg.
Der große Andrang ist für den Vorstand erneut eine Bestätigung, dass breite Teile unserer jüdischen Gemeinde die Politik des im letzten Juni neu gewählten 11-köpfigen Vorstandes unterstützen und dessen Ausrichtung sowie Visionen teilen.

Es ist wirklich bewundernswert, dass so eine Vielzahl von Personen – aus allen politischen Landschaften der Gemeinde – an dieser Veranstaltung teilgenommen hat. Und das trotz kurzfristigem Wechsel der Lokalität aufgrund von Schlechtwetter.

Moderiert wurde der Abend vom Vizevorstandsvorsitzendem des VBJs, Dr. Moshe Matatov. Dr. Matatov erklärte in seiner Präsentation, wie der VBJ intern aufgestellt ist und führte die Anwesenden durch die Unterorganisationen und Vereine des VBJs. Unter anderem erläuterte er kurz, wofür beispielsweise die Organisationen Beth Halevi, Sharey Ovadia, Bnei Avner, Shefa Fleischerei, Hafazat Hatora, Bnot Hashem, Jadbejad, Club Chai, Torat Chaim, Bejt Chana und Kinor David einstehen und was ihre Aktivitäten und Errungenschaften sind. In diesem Zusammenhang betonte Dr. Matatov noch, dass täglich über 120 freiwillige HelferInnen für diese Aktivitäten und Errungenschaften im Einsatz sind und sich für das Angebot eines gemütlichen und leistbaren jüdischen Gemeindelebens für uns alle stark bemühen und einsetzen.

Es wurden jährlich zahlreiche Veranstaltungen und Projekte für die gesamte Gemeinde organisiert und veranstaltet. Mit 6 Mandaten im Kultusvorstand ist die Fraktion VBJ Sefardim Liste 2 für die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte der IKG auch maßgeblich mitverantwortlich gewesen.

Als nächster Punkt des Abends erfolgte die Begrüßung durch den neuen Präsidenten des VBJs, Herr Shlomo Ustoniazov, der die Gäste in die fünfundvierzigjährige Geschichte der bucharischen Juden und deren erfolgreiche Integration in die jüdische Gemeinde Wiens eintauchen ließ.

Vor wenigen Tagen traf der VBJ Präsident auch den Präsidenten des bucharischen Weltkongresses, Herrn Lev Leviev, der ihm und dem VBJ Vorstand gleich das Beste für die bevorstehenden IKG Wahlen wünschte und eine entsprechende Rückendeckung versprach. Der ausführliche Bericht erschien in der letzten Ausgabe der Menora Zeitung.

Der neue Vorstandsvorsitzender des VBJs und IKG Kultusvorsteher Herr Israel Abramov präsentierte danach die vielen Wahlziele der Fraktion VBJ Sefardim Liste 2 und erklärte auch, was der Begriff „leistbares jüdisches Leben in Wien“ für uns bedeutet und bekräftigte die Notwendigkeit, der fortschreitenden Assimilierung entgegenzuwirken sowie dem Kampf gegen den wachsenden Antisemitismus zu begegnen. Darüber hinaus wurde die Kinder und Jugend Arbeit skizziert, die Frauen- und Kulturaktivitäten sowie weitere Errungenschaften des VBJs durchleuchtet.

Der VBJ-Vorstandsmitglied, Kultusvorsteher und 1. IKG Vizepräsident Herr Chanan Babacsayv sprach in seiner Rede über „Das jüdische Wien“:

„Egal ob du hier geboren bist oder nicht, egal aus welchem Land deine Vorfahren kamen, wenn du in Wien lebst, dann brauchst du eine Gemeinde, die das jüdische Leben unterstützt und fördert, egal aus welchem Teil der Erde du
kommst“

Zusammen mit Dr. Alexander Karakas, einem Integrationsexperten und bekennenden Freund der jüdischen Gemeinde Wiens, präsentierte IKG Vizepräsident Babacsayv auch das neue Wahlposter der Fraktion VBJ Sefardim Liste 2 (VBJ – JACHAD).

Catering Yudale sorgte mit einem reichhaltigen Buffet für einen wunderbaren Ausklang des Abends und die Gäste für eine wunderbare Stimmung.

Wir bedanken uns bei allen Gemeindemitgliedern für die breite Unterstützung. Auch allen, die sich für ehrenamtliche Mitarbeit in der Gemeinde eingetragen haben gebührt unser tiefster Dank! Im Bereich Social-Media hat unsere Facebook-Seite bereits über 1130 Anhänger und viele andere Gemeindemitglieder sind natürlich willkommen, uns bei dieser Reise zu begleiten, zu unterstützen und mit uns für uns alle mitzuwirken!

Einheitsgemeinde

Seit November 2016 bemühte sich der VBJ mit der Initiative „Respekt“ und „CHAJ-jüdisches Leben“, die gemeinsam 45 Prozent der jüdischen Gemeinde Österreichs vertreten, bei der Statutenreform wichtige Änderungen für die IKG zu erwirken. Leider waren aber einige Fraktionen nicht gewillt, eigene Verfehlungen und andere Ansichten zu akzeptieren und kontern seither mit gezielten Unwahrheiten und Falschmeldungen. Seitens dieser Gruppe wird eine bewusste Vergiftung des Klimas einfach provoziert.

Es wird sogar versucht, dies für die kommende Wahl zu nutzen. Einerseits wird die „Einheitsgemeinde“ hochgepriesen und Slogans wie „gestalten statt spalten“ verkündet, im selben Atemzug wird aber ein Viertel der jüdischen Gemeinde (VBJ-Mitglieder) per Fraktionsbeschluss ausgegrenzt.

Während die anderen kleineren Fraktionen auf Kosten des IKG Budgets durch Stimmenkäufe beeinflusst werden sollen, wird parallel dazu permanent versucht, innerhalb der bucharischen Gemeinde eine Spaltung herbeizuführen. Dies geschieht etwa dadurch, dass Unterorganisationen des VBJs pro Kultusvorstandsmandat vorab 80.000€ vom IKG Budget in Aussicht gestellt werden. Des weiteren wird „Keiner wird ausgesperrt“ propagiert. Man vergisst dabei aber gerne, dass beispielsweise 2012 der IKG Präsident und seine Fraktion sogar den Präsidenten des Jewish World Congress (JWC) durch die IKG Wien selbst als sogenannte „Persona non grata“ (= Unerwünschte Person) deklarierten und Präsident Lauder der Zutritt verweigert wurde.

Im Vorjahr traf diese Sanktion auch IKG Mitglied Samuel Laster. Der VBJ verurteilt daher den Versuch mancher Fraktionen, sich in die inneren Angelegenheiten des VBJs einzumischen sowie diesen zu manipulieren und bedauert deren Doppelmoral, politische Mitstreiter mit List und unwürdigen Tricks bewusst schwächen zu wollen und dabei demokratische Grundwerte und gegenseitigen Respekt zu vergessen. Der VBJ nimmt den Begriff Einheitsgemeinde sehr ernst und lädt alle anderen Fraktionen ein, daran anzuknüpfen und gemeinsam für das Wohl der gesamten jüdischen Gemeinde zu arbeiten.

Fairness und Transparenz

In den letzten Monaten wurden alle Gemeindemitglieder leider in negativer Weise mit der Statutenreform der Israelitischen Kultusgemeinde Wien konfrontiert.
Erschwerend kam hinzu, dass es seitens einiger Fraktionen zu einer Frontalkommunikation und leider auch zur Verbreitung von falschen Tatsachen und Unwahrheiten gekommen ist.

Viele wichtige und notwendige Änderungsvorschläge wurden nämlich auch in der zweiten Statutenkommission schlicht und einfach blockiert und als bedeutungslos abgetan. Eine Vielzahl von konzeptuellen Missständen werden nach wie vor absichtlich beibehalten. Die Kontrollkommission beispielsweise wurde bis dato bewusst handlungsschwach gehalten. So ergingen während der gesamten Legislaturperiode 2012-2017 insgesamt nur zwei! Prüfgutachten an den Kultusvorstand.

Aber was noch gravierender ist, ist die erschlichene Machtverschiebung vom Kultusvorstand der IKG Wien zum Vorstand der Israelitischen Religionsgesellschaft (IRG). Dieser IRG Vorstand ist der Dachverband aller vier Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs (Wien, Linz, Salzburg und Innsbruck) mit einer nun sehr mächtigen und für die IKG Wien (ca. 98% der gesamten jüdischen Bevölkerung) unnötig knebelnden Verfassung.

Die Fixierung des Wahlrechts ab einem Alter von 18 Jahren wurde beispielsweise erst im Juni 2016 und ohne Kenntnis des gesamten Kultusvorstandes unnötig in der IRG Verfassung verankert und nur aus dem Grund, dass die IKG Wien ein Wahlrecht ab 16 Jahren nicht reglementieren kann.

IKG Vorstände bleibt auch das Recht verwehrt, Einsicht in die Protokolle des IRG Vorstandes zu bekommen! Eine entsprechende Änderung lehnt der IRG Vorstand vehement ab. Ein Teil der jetzigen Führung weigert sich auch beharrlich, die Wiener IRG Vorstände mit einem vom Kultusvorstand vordefinierten Handlungsmandat auszustatten. Somit entsendet die IKG Wien Vertreter, ohne eine Handlungsvollmacht abzugeben!

Der VBJ erachtet solche Konstellationen als höchst fahrlässig und setzt sich für die Sicherstellung einer höheren Transparenz und demokratischer Grundwerte ein. Dies soll nicht nur in den Statuten gewährleistet, sondern auch in die Arbeitsweise der IKG besser implementiert werden!

JÜDISCHE EINWANDERUNG NACH ÖSTERREICH- EINE UTOPIE?

Österreich bemüht sich seit Jahren mit der Rot-Weiß-Rot-Karte um Einwanderung von Personen, die entweder besonders qualifiziert oder in Mangelberufen einsetzbar sind. Ursprünglich ist man von der Ausstellung von 8000 Karten im Jahr ausgegangen, mit etwa doppelt so viele Bewerbungen. Seit der Einführung ist aber die Rot-Weiß-Rot-Karte zum Ladenhüter geworden. Jährlich waren es knapp über 1000 Karten, die ausgegeben wurden. 2016 kamen 214.400 Zugewanderte nach Österreich, davon waren nur 1300 Rot-Weiß-Rote Karten Empfänger!!!

Der Grund, Österreich befindet sich bei diesem „Pool“ von Personen in scharfem Konkurrenzkampf zu vielen anderen Ländern, darunter klassische Einwanderungsländer mit einer Willkommenskultur, einer Vielzahl von interessanten Jobangeboten und Möglichkeiten mit hohen Gehältern, vernünftiger Abgabenpolitik, vielversprechenden Zukunftsperspektiven sowohl für die Erwachsenen als auch für ihre Kinder, zahlreichen Landsleuten mit ähnlichem sozio-ökonomischem und Bildungshintergrund, usw. Als Weltmeister in diesem Bereich gelten allen voran die USA, nicht zuletzt wegen der englischen Sprache – somit für viele der wichtigste Aspekt, da die Sprachbarriere wegfällt. Wegen der vorangegangenen Punkte gelten auch andere englischsprachige Länder wie Kanada und Australien als beliebte Zielländer.

Jüdische Bürger, allen voran aus dem russischsprachigem Raum, die mit dem Gedanken an Auswanderung spielen, recherchieren gründlich – insbesondere im Zeitalter des Internets ist Information auch auf Knopfdruck erhältlich – und bevorzugen eher die klassischen Zielländer oder Israel (teils auch aus ideologischen Gründen!). In den letzten Jahren sehen wir auch leider das traurige Phänomen der starken Auswanderung der französischen Juden.
Die einzig gute Nachricht hierbei ist, dass viele von ihnen nach Israel auswandern.
Nüchtern betrachtet, ist die künftige Ausgangslage für die Juden in Europa auch nicht gerade rosig. Steigender Antisemitismus auch von Seiten der wachsenden moslemischen Bevölkerung, die Anschläge der letzten Jahre in verschiedenen Städten Europas, herausfordernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Assimilation und andere Umstände, die ein Leben in Europa wie wir es bisher kannten unattraktiver und schwieriger gestalten.

Umso wichtiger wird das Thema „Jüdische Einwanderung nach Österreich“ zu behandeln sein. Hier gilt es, gezielt Maßnahmen zu setzen, um das Überleben der geschaffenen Strukturen – wenigstens zu sichern versuchen. In den USA z.B. – das Land mit der größten jüdischen Bevölkerung weltweit! – gibt es in zahlreichen Bundestaaten sogar Anreizprogramme in Gemeinden, die unter 20.000 jüdische Mitglieder zählen und sich somit als vom „Aussterben“ bedroht definieren. Dabei werden gezielt junge Familien angesprochen denen über einige Jahre eine monatliche finanzielle Unterstützung angeboten wird, denen Schulgeld in den jüdischen Schulen zur Gänze gestrichen oder großteils reduziert wird, ja sogar beim Kauf einer Eigentumswohnung ein Teil der Anzahlung von der Gemeinde übernommen wird, die bei der Jobsuche tatkräftig unterstützt werden und andere Anreize. Dabei befinden sich die Gemeinden unter sich in einem Konkurrenzkampf. Man bedenke, dass im Fall der USA viele klassische Barrieren der Emigration wegfallen wie z.B. Sprache, Kultur, Landesgrenzen usw. Für viele würde es bedeuten, sich „einfach“ ins Auto zu setzen und loszufahren.
Davon kann in Europa leider nicht die Rede sein. Das heißt nicht, dass man die gleichen Anreize wie es in den USA praktiziert wird, übernehmen soll, aber von ernsthaften Versuchen, die jüdische Immigration nach Österreich oder nach Wien zu forcieren fehlt leider jede Spur!

Der VBJ vertritt allerdings die Linie, dass vorrangig mehr ein angenehmes, leistbares und sicheres Leben für die bestehende jüdische Gemeinde gewährleistet sein sollte. Es wäre auch verantwortungsvoll, vorerst die finanziellen Möglichkeiten und die bestehende Infrastruktur hinreichend zu sichern, bevor wir die Frage der gezielten und von uns initiierten Immigration ernsthaft angehen und diese große Verantwortung übernehmen wollen.

Unsere Kandidatinnen und Kandidaten

1. Chanan Babacsayv

1. Chanan Babacsayv

Vizepräsident der IKG Wien, Mitglied in zahlreichen IKG-Kommissionen und langjähriges Vorstandmitglied des VBJ

2. Yakov Uston

2. Yakov Uston

IKG-Kultusvorstand, Mitglied der Immobilien- und Jugendkommission der IKG, Geschäftsführung Bet Halevi

3. Emanuel Eden

3. Emanuel Eden

stv. Vorsitzender der Sozialkommission der IKG,
VBJ-Vorstand

4. LL.M. Netanel Pinhasov

4. LL.M. Netanel Pinhasov

VBJ-Vorstand, ZPC-Alumni, Jurist

5. Dipl. Kfm Arik Alaev

5. Dipl. Kfm Arik Alaev

Organisationsmitglied Bet Halevi

6. Mag. Elie Natanov

6. Mag. Elie Natanov

2. Vizeobmann des VBJ, langjährige Mitarbeit bei Jad BeJad, ZPC-Alumni

7. Mag. Beni Malajev

7. Mag. Beni Malajev

VBJ-Vorstand, Mitbegründer der Boxsektion Maccabi Wien

8. Israel Abramov

8. Israel Abramov

Obmann des VBJ, Kultusvorsteher der IKG Wien, Mitglied Immobilien-, Finanz- und Schulkommission der IKG

9. Uri Gilkarov

9. Uri Gilkarov

Ehrenpräsident des VBJ, ehm. Vizepräsident IKG Wien, langjährige Mitarbeit in zahlreichen IKG-Kommissionen

10. Dr. Mag. Moshe	Matatov, MBA

10. Dr. Mag. Moshe Matatov, MBA

1. Vizeobmann VBJ, Chefredakteur Sefardinews, langjähriger Leiter Jad BeJad und Vorstand S.C. Hakoah

11. Roschel Ascherov

11. Roschel Ascherov

VBJ-Vorstand, Leiter der Jad Be Jad, Vorstand der Jugend- und Sportkommission der IKG

12. Rina Kaikov

12. Rina Kaikov

Leiterin Frauenbewegung Bnot Hashem, Vorstandsmitglied des VBJ, Mitglied ZPC-Elternverein und ESRA

13. Josef Josiw Juschwaew

13. Josef Josiw Juschwaew

Vorstandsmitglied, Mitbegründer und Leiter der Synagoge Bnej Avner

14. Dr. Slawik Jakubow

14. Dr. Slawik Jakubow

langjähriger IKG-Kultusvorsteher, Mitglied zahlreicher IKG-Kommissionen

15. Michael Galibov

15. Michael Galibov

Gründer des Vereins „TRIALOG-Institut, Respect Now“, langjähriger Leiter Jad Bejad

16. Dr. Liza Malaiev

16. Dr. Liza Malaiev

Mitglied der IKG-Sozial-kommission, Redaktion Sefardinews

1. LL.B. Dina Matatov

1. LL.B. Dina Matatov

Redaktion Sefardinews, Sportkommission VBJ

18. Alexander Yousupziev

18. Alexander Yousupziev

VBJ-Vorstand und Obmann von Sharey Ovadia

19. Amner Kalantarow

19. Amner Kalantarow

ehem. Präsident VBJ, Ombudsmann IKG Wien

20. Dr. Markiel Haimov

20. Dr. Markiel Haimov

Sportabteilung VBJ

21. Josef Sarikov

21. Josef Sarikov

langjähriger VBJ-Obmann und IKG-Vizepräsident, Kultusvorstandsmitglied IKG und diverser Kommissionen

22. Inessa Kalantarov, MSc

22. Inessa Kalantarov, MSc

VBJ-Volonteurin, Mitarbeiterin Kulturverein Kinor David

23. Jelena Golkrob

23. Jelena Golkrob

Organisatorin Sommercamp Gan Israel, Mitglied der Frauenbewegung Bnot Hashem, Mitglied ZPC-Elternverein

24. Schmuel Jakubov

24. Schmuel Jakubov

VBJ-Vorstandsmitglied, Leiter VBJ-Pensionistenklub

25. Isaak Malaiev

25. Isaak Malaiev

Führungsmanagement Beth Midrash Hafazath Hatora, Redaktion Sefardinews

26. Mag.  Assia  Davidov

27. Ing. Avihay  Shamuilov

28.  Avi  Zilberman

29. Golan Yonatan

30.  Arthur Babadschanov

31. Ustoniasov Esthi

32.  Larisa Aulov

33. Yael Uston

34. Hanna Chnimov

35. Yagudaev Emanuel

36. DDr. Gabriel Karschigijew

37.  Daniel Golkrob, MA

38.  Nisan Bangiev

39.  Gabriel Borochov

40. Eleanora Barajev

41. Daniel Aulov

42.  Aron Abramov

43.  Esther  Baraev

44. Jakov Plistiev

45. Ing. Roschel Ribinin

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